Fem2forests – Innovative Wege zur wirksamen Einbindung von Mädchen und jungen Frauen in die Forstwirtschaft

Das Projekt

Im Januar 2024 startete ein Konsortium von 15 Projektpartnern das internationale Projekt Fem2forests.

Das Projekt wird im Rahmen des Programms Interreg Danube Region finanziert. Am Projekt sind 15 Partnerinstitutionen aus neun Ländern beteiligt (Slowenien, Kroatien, Österreich, Deutschland, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Rumänien, Tschechische Republik, Ukraine). Leadpartner des Projekts ist das slowenische Forstinstitut, Projektleiterin ist Dr. Nike Krajnc. Österreich ist mit der Forstlichen Ausbildungsstätte Pichl und dem Verein nowa vertreten

Warum arbeiten wir an diesem Projekt mit?

In der Forstwirtschaft und der gesamten forstbasierten Wertschöpfungskette herrscht Arbeitskräftemangel. Auch das Interesse an einschlägigen Berufen ist rückläufig. Gleichzeitig schafft die Forstwirtschaft »green jobs« und trägt so zur Erhaltung des Ökosystems Wald und zur nachhaltigen Produktion von Holz- und Nichtholzprodukten bei. Fem2forests baut auf dem vorangegangenen Projektes Fem4Forest (DTP3-500) auf. Dieses Projekt gab einen grundlegenden Einblick in die Position von Frauen in der Forstwirtschaft des Donauraums. Und es motivierte die Projektpartner zur weiteren Arbeit mit Mädchen und Frauen in der Forstwirtschaft. Mit dem neuen Projekt wollen wir zur Stärkung des Forstsektors im Donauraum auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene beitragen.

Die Ziele von Fem2forests

  • Entwicklung innovativer Karrierewege für Mädchen und junge Frauen
  • Stärkung der Expertise forstlicher Bildungseinrichtungen durch Einbeziehung einer gleichstellungsorientierten Perspektive
  • Schaffung von Rahmenbedingungen, die die effektive Teilhabe von Frauen in der Forstwirtschaft unterstützen

Das Projektkonzept verfolgt ein interaktives und innovatives Modell, das verschiedenste Akteur:innen einbezieht und an unterschiedlichen Karrierestufen in der Forstwirtschaft ansetzt, von den frühen Orientierungsphasen bis hin zu Führungspositionen. Die Bedürfnisse und Interessen von Mädchen und jungen Frauen im Forstsektor werden in Workshops, Umfragen, Interviews etc. ermittelt. Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Organisationen sowie weitere Stakeholder werden ebenfalls in das Projekt einbezogen, um ein Bewusstsein und einen Rahmen für eine diversere Mitarbeiter:innenstruktur zu schaffen und so eine nachhaltige Entwicklung insbesondere in ländlichen Gebieten zu fördern.

Entwicklung innovativer Ansätze und Lösungen in der Berufsorientierung

Das Projekt Fem2forests widmet sich der Entwicklung innovativer Ansätze und Lösungen, um den Forstsektor für Mädchen und junge Frauen attraktiver zu gestalten.
Dabei wurden von den österreichischen Partnerorganisationen FAST Pichl und nowa nicht nur inspirierende Best-Practice-Beispiele und Fachmeinungen gesammelt – auch die Stimmen von jungen Frauen, die aktuell eine Ausbildung im Forstbereich absolvieren, spielen eine zentrale Rolle. Denn sie wissen am besten, was es braucht, um andere Mädchen und junge Frauen für diesen spannenden Berufszweig zu begeistern und zu gewinnen.
Wie also kann es gelingen mehr Mädchen und junge Frauen für den Forstsektor zu begeistern? Aufbauend auf den oben genannten Informationen lautet die Antwort: mit einem innovativen Ansatz, der auf Erleben, Vorbilder und Peer-to-Peer-Austausch setzt:

  • Miteinander reden statt theoretische Berufsinformation:
    Mädchen treffen auf Mädchen, die eine Forstausbildung absolvieren – so erhalten und erfragen sie Informationen direkt, authentisch und auf Augenhöhe.
  • Vorbilder sichtbar machen:
    Erfahrene Frauen aus dem Forstsektor teilen ihre Geschichten und Karrierewege – um Mut zu machen, Brücken zu bauen und mit Klischees aufzuräumen.
  • Raus in den Wald:
    Bei Exkursionen erleben die Mädchen den Arbeitsort Wald und können unterschiedliche Tätigkeitsbereiche vor Ort erleben und selbst ausprobieren – so gibt es echte Einblicke statt grauer Theorie.

Die transnationalen Ergebnisse wurden im länderübergreifenden Bericht „Promoting forestry careers to girls and young women“ zusammengefasst.

Außerdem wurde ein „Toolkit zur Erweiterung der Berufswahlmöglichkeiten zur Unterstützung innovativer Ansätze“ entwickelt.

Forstliche Ausbildung und Geschlechterperspektive

Um die Geschlechtergerechtigkeit in der forstlichen Ausbildung und die dafür erforderlichen Kapazitäten des Bildungssystems zu stärken, ist es nötig, innovative Wege zu beschreiten. Untersuchungen zeigen, dass ein Bewusstsein für Geschlechterfragen notwendig ist, um die Bereitschaft und das Engagement für die Einführung von Maßnahmen zu fördern und Veränderungen bewirken zu können. Eine transnationale Studie zu Absolventinnen verschiedener forstlicher Ausbildungen gibt hier wertvolle Hinweise, ebenso wie ein transnationaler Bericht zum Kapazitätsaufbau für Genderbewusstsein und -kompetenz in der Ausbildung.

Strategische Planungsinstrumente wie die Transnationale Innovationsroadmap geben die Richtung zu mehr Geschlechtergerechtigkeit vor, und ausgewählte Pilotmaßnahmen werden im Rahmen des Projektes auf transnationaler, nationaler und/oder subnationaler Ebene umgesetzt und evaluiert. Eine gemeinsame Bewertungsmethodik gewährleistet eine einheitliche Auswertung und Übertragbarkeit innerhalb der Donauregion.

Rahmenbedingungen für eine effiziente Einbindung von Mädchen und jungen Frauen in den Forstsektor

Wie können wir die notwendigen Voraussetzungen und Möglichkeiten schaffen, damit Mädchen und junge Frauen in einem unterstützenden Umfeld Zugang zur Forstwirtschaft finden, aktiv zu ihrer Weiterentwicklung beitragen, von ihren Möglichkeiten profitieren und eine nachhaltigere und gerechtere Zukunft gestalten können?

Das gelingt durch

  • die Sensibilisierung wichtiger Stakeholder (Entscheidungsträger, Forstunternehmen, Organisationen, Interessengruppen und Bildungseinrichtungen) für den Wert von Gleichstellung der Geschlechter und einer vielfältigen und inklusiven Belegschaft auf allen Ebenen des Forstsektors
  • die Stärkung und Unterstützung der weiblichen Vertreterinnen durch die Umsetzung des Female Ambassador Programs, damit erfolgreiche Frauen als Vorbilder und Botschafterinnen fungieren können und
  • die Unterstützung und Erleichterung der Beförderung von Frauen in Führungspositionen

Eine wichtige Rolle kommt dabei weiblichen Botschafterinnen und Vorbildern – den Female Ambassadors – zu. Hier gibt es mehr dazu.

Mehr Information

Hier geht es zur offiziellen Projektwebsite und zu den Social media-Kanälen von Fem2forests:

Dieses Projekt wird durch das von der Europäischen Union kofinanzierte Programm Interreg Danube Region unterstützt.